Ab 6. Juni 2026 wird eine Ausstellung im Museum Behnhaus Drägerhaus zu sehen sein, die den historischen Festzug anlässlich der Feier von 700 Jahren Reichsfreiheit Lübecks im Jahr 1926 thematisiert. Dieser wurde durch den Lübecker Künstler Alfred Mahlau (1894-1967) gestaltet. Das Museum verfügt über einen großen Bestand von Mahlaus Werken, da dessen erster Direktor Carl Georg Heise in den 1920er Jahren ein großer Förderer des Künstlers war und viele seiner Arbeiten erwarb. So befinden sich zahlreiche Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Plakate, private Fotoalben, Korrespondenzen, Drucksachen, Entwürfe, Zeitschriften und kunsthandwerkliche Arbeiten in der Sammlung des Museums Behnhaus Drägerhaus. In den letzten Jahren sind durch Schenkungen, Erwerbungen und Dauerleihgaben weitere Werke dazugekommen. Nun sollen in einem mehrjährigen Projekt die Bestände erschlossen und für Forschungsprojekte und Ausstellungen nutzbar gemacht werden. Möglich gemacht wird dies unter anderem durch die großzügige finanzielle Unterstützung der Schwartauer Werke sowie der Firma Niederegger, deren Logos seinerzeit beide von Alfred Mahlau entworfen wurden. Die ersten Ergebnisse des Projekts werden ab Juni in der durch die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck geförderten Ausstellung präsentiert.
Die Schwartauer Werke und die Firma Niederegger beteiligen sich mit jeweils 20.000 Euro an dem Projekt. Dazu Markus Kohrs-Lichte, Vorsitzender der Geschäftsführung der Schwartauer Werke GmbH und Co. KG: „Mit dem Sieben-Türme-Logo hat Alfred Mahlau vor über 100 Jahren ein Zeichen geschaffen, das bis heute die Identität der Schwartauer Werke prägt. Seit 1925 begleitet die markante Silhouette der Lübecker Türme jedes unserer Schwartau-Produkte - und damit den täglichen Kontakt von Millionen Menschen mit einem Stück norddeutscher Identität. Mahlaus Gestaltung verbindet Herkunft, Qualität und Verlässlichkeit auf eine bis heute unverwechselbare Weise. Dass er die Silhouette später sogar in die Fenster der Lübecker Marienkirche integrierte, unterstreicht die besondere Bedeutung für die Region.
Das Forschungsvorhaben der LÜBECKER MUSEEN zu Alfred Mahlau gemeinsam mit unserem Firmeninhaber Dr. Arend Oetker finanziell zu unterstützen, ist für uns Ausdruck tief empfundener Wertschätzung für dieses künstlerische Erbe – und für die bis heute prägende Kraft seines Werkes für unsere Marke. Mahlaus Sieben‑Türme‑Logo steht bis heute für unsere zentralen Markenwerte: Qualität, Vertrauen und regionale Verbundenheit.“
Theresa Mehrens-Strait, die geschäftsführende Gesellschafterin der J.G. NIEDEREGGER GmbH & Co. KG, verweist ebenfalls auf durch die Firmengeschichte bedingte Verbundenheit: „1927 entwickelte Alfred Mahlau das heute weltweit bekannte Niederegger-Design. Mit seinen Grafiken legte er den Grundstein für unseren zeitlosen Markenauftritt mit hohem Wiedererkennungswert. Im Zentrum des Niederegger-Logos steht das stilisierte Holstentor mit den Initialen unseres Firmengründers Johann Georg Niederegger. Darüber hinaus schuf Mahlau zahlreiche Grafikelemente, die typische Motive unserer Heimatstadt aufgreifen und bis heute weltweit ein Stück Lübeck auf unseren Verpackungen repräsentieren. Diese Gestaltungswelt prägt zudem das Innendesign unserer Cafés und steht für Qualität, Handwerk und regionale Verbundenheit. Mahlaus Werk reicht damit weit über einzelne Markenleistungen hinaus und ist Teil der Lübecker Kultur- und Designgeschichte. Deshalb unterstützen wir gemeinsam mit den Schwartauer Werken das zweijährige Forschungsvorhaben der LÜBECKER MUSEEN. Es zeigt, wie prägend Mahlaus Arbeit über Generationen hinweg für die Identität einer Stadt und ihrer lokalen Marken ist.“
Die Forschung wird durch den Lübecker Historiker Jan Zimmermann betrieben und soll 2028 mit einer abschließenden großen Ausstellung abermals im Museum Behnhaus Drägerhaus enden.
Die Arbeiten Mahlaus sollen nicht nur aus unterschiedlichen Beständen zusammengeführt, sondern auch digital erschlossen und in der Daphne-Datenbank der LÜBECKER MUSEEN für jedermann zugänglich gemacht werden.
Unter den Lübecker Künstlern des 20. Jahrhunderts nimmt Alfred Mahlau eine herausragende Stellung ein. Mit den Logos für die Schwartauer Werke und die Firma Niederegger sowie mit seiner Typografie (der typischen „Mahlau-Schrift“) ist er bis heute im Erscheinungsbild der Stadt Lübeck präsent. Sichtbar sind auch noch sein Totentanz-Fenster in St. Marien (1955) und der Hinweis am Kanzleigebäude auf die Musik in St. Marien, während der Großteil seines sonstigen Werkes aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden ist.


